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orgens wachte Dietz von dem Geplupper einer Kaffeemaschine auf. Er sah Karoline aus dem Nebenzimmer kommen und Milch in einer Flasche hertragen. Damit goß sie ihren Wald von Topfpflanzen neben der Tür.

Er rührte altmodischen Schaum in einem altmodischen Porzellangefäß an und stieg seine Treppe hinauf unter die Dachluken. Eine öffnete er, sah in die Sonne und sang beinah ein Lied. Karoline kam ebenfalls die Treppe hinauf als er bereits einen Teil seines Gesichtes mit Schaum bedeckt hatte. Sie murmelte etwas von Stoppeln und sang ein Lied vor sie hin, dasselbe das ihm durch den Kopf trällerte. Für einen Moment überlegt er, ob sie vielleicht beide einunddieselbe Person seien. Dann strich sie über die Haare an seinem Bauch und steckte ihm das welke Blatt einer Topfpflanzen ins Haar. Dietz hielt das Porzellangefäß durchs Fenster in den Himmel und wartete auf Vögel. Er überlegte, wie eingeschäumte Vögel wohl aussähen, schwarze Vögel, und ob er aufs Dach steigen könnte um seine Flügel zu wärmen. Er erinnerte sich an eine tote Katze, die unten ziemlich zerstört auf dem Hof lag, deswegen schloß er das Fenster, wobei er einen schaumigen Abdruck am Griff hinterließ. Auf dem Treppengeländer lag ein Stück trockene Seife.

Dietz stellte fest das er zurzeit in einem Mosaik lebte, was zu einer Reihe von Überlegungen führte: Handelte es sich um eines jener Bodenbilder, die er letztens mit Klaudia in einem naheliegenden Museum für römische und deutsche Geschichte betrachtet hatte? Wenn ja, so hatte er sich bereits damals zu sehr von oben auf die ganze Sache gucken gefühlt. Dies würde seinen letzte Woche herrschenden Drang einen Grund zu finden erklären. Mittlerweile waren ihm selbst die in dem Weg vor seinem Hauseingang wohnenden Ameisen schulterhoch vorgekommen und die Topfpflanzen vor Katjas Zimmer hatten sich zu einem Dickicht formiert. In dieses Dickicht beschloß er nun einzudringen.