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E
r klopfte an die Zimmertür + trat ein, doch war niemand da. Er setzte sich an verschiedenen Stellen ihres Raumes auf den Boden, legte sich auf ihr Bett, endete dann auf ihrem Schreibtischstuhl. Er sah aus dem Fenster in eine der jüngeren gemeinsamen Nächte. Sie hatte bei ihm im Bett gelegen, er am Kopfende gekauert, dann waren Sätze durch die gerötete Luft gewandert wie Ameisenstraßen. Wenn sie sich trafen erzeugte das ein nervöses Kitzeln und unruhiges hinundher Winden beiderseits. Er starrte eine Weile in den Topf einer graugrünen Pflanze, als wolle er sie mit dem Inhalt seines Kopfes gießen, und er meinte auch zu sehen, wie sich ihre Blätter langsam geöffnet hatten. Dann schellte das Telefon, jemand erzählte etwas vom letzten Wochenende, von Sylvester und von den Problemen des Regenwalds. Dietz sagte Falschverbunden + verabschiedete sich um wieder zu Katja zu gehen. Sie schien sich in der Zwischenzeit überhaupt nicht bewegt zu haben. Sie schickten neue Ameisen aus. Die Hauptströmungen begannen sich zu mischen, ein heilloses Durcheinander aus pelzigen Tieren entstand.

Katja war aufgestanden um in taubengrauer Unterwäsche ihre Pflanzen zu gießen, sie kochte Kaffee. Ihre Ameisen hatten sich entwirrt und folgten ihr wie Schoßhündchen. Sie bildeten eine Art Katzenbuckel auf dem Rücken. In leicht gekrümmter Haltung, die auch an der Dachschräge gelegen haben konnte, kam Katja wieder zum Bett. Sie ließ sich auf die Matratze blumpsen und zog die Unterwäsche aus. Sie liebten sich langsam gegen die Kälte im Raum, der Schweiß hatte die Ameisen vertrieben, die nun in geometrische Figuren an der Decke spazierten.